Dr. Alexandre Strasny 
_______________  DER KLEINE HEILPRAKTIKER   _______________
Ein Handbuch für passionierte Heilpraktiker und beharrliche Patienten  

Inhalt   
Krank geworden    Woher die Krankheiten kommen   Diäten   Reinigung   Phytotherapie  Physiotherapie    Akupressur   Selbst ist der Bioenergetiker   Yoga  
Dann gehe ich mal zum Heilpraktiker
     Alternativen Diagnostik  
Akupunktur    Massage   Manuelle Therapie    Psychotherapie    Homöopathie   
Bioenergotherapie    Ganz alternative Methoden

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Manuelle Therapie

Die volkstümliche Umschreibung für die Fachleute der manuellen Therapie lautet Knocheneinrenker. Im Westen bezeichnet man diese Handwerker auch als Chiropraktiker.

Der Begriff „manuell“ kommt vom Lateinischen „manus“, was Hand bedeutet. Genauso wie die Massage beruht auch diese Behandlungsmethode auf „Handgreiflichkeiten“, aber es gibt zwischen beiden einen grundlegenden Unterschied. Bei der Massage wird auf die Muskeln eingewirkt, bei der manuellen Therapie aber auf die Wirbelsäule, die Bandscheiben und Knochen. Durch Massage kann man zwar eine Linderung erreichen, aber nur selten wird durch sie jemand von einer Krankheit geheilt. Die manuelle Therapie hingegen bewirkt eine Heilung, sodass die Beschwerden jahrelang nicht mehr auftreten. Sie schlägt sofort an. Gerade bei Manualtherapeuten kommen die Fälle einer sofortigen Heilung am häufigsten vor, und zwar einer wahrhaften Heilung und nicht einer imaginären. Aber es kommt bei ihnen auch zu mehr Komplikationen als bei anderen. Das gilt sogar für ausgewiesene Spezialisten. Manchmal kommt ein Patient mit leichten Schmerzen in der Lendengegend in die Praxis und wird mit einem Krankenwagen wieder abgeholt.

 

Wem die manuelle Therapie hilft

Die Hälfte der Patienten, die zu einem Manualtherapeuten kommen, haben Beschwerden wegen ständiger oder zeitweiliger Schmerzen in der Wirbelsäule oder in den Gelenken. Das ist kein Rheuma, sondern Osteochondrose.

Bei Problemen in der Halswirbelsäule müssen die Schmerzen nicht unbedingt in der Wirbelsäule selbst auftreten. Man kann Kopfschmerzen haben, Schwindelgefühle und sich beim Gehen unsicher fühlen. Das ist auf Spasmen der Gefäße und unzureichende Durchblutung des Gehirns zurückzuführen. Die übermäßige Anspannung der Rückenmuskeln kann ein Gefühl allgemeinen Unwohlseins hervorrufen.

Wirbelsäulenerkrankungen sind der Preis für den aufrechten Gang. Wenn man älter wird, beginnen außerdem in den Knochen der Schwund des Gewebes (Osteoporose) und die Entkalkung der Gelenkknorpel, Bänder und Sehnen. Bei einigen Menschen sind diese Symptome bereits im Alter von 30 Jahren zu beobachten, bei einigen wenigen Glückspilzen treten sie gar nicht auf. 

Bei diesen Beschwerden sind zwar Akupunktur, Physiotherapie, Homöopathie und sogar Bioenergetik sehr effektiv. Aber die manuelle Therapie ist die Königin der Knochen.

Das Gesundheitsministerium der USA empfiehlt die Chiropraktik als die wichtigste Behandlung bei akuten Schmerzen in der Wirbelsäule und in den Hals- und Rückenmuskeln.

In diesen Fällen hilft die manuelle Therapie schneller und effektiver als Akupunktur und andere alternative Behandlungsmethoden.

Und was ist mit der konventionellen Medizin? Diese Syndrome kann sie überhaupt nicht behandeln. Wenn man Schmerzen in der Wirbelsäule hat, ist es sinnlos, sich an den Allgemeinarzt oder einen anderen konventionellen Facharzt zu wenden. Bestenfalls wird man zur Physiotherapie geschickt. Nach meinen Beobachtungen aber kann die Physiotherapie leider viel seltener helfen als die Akupunktur oder die manuelle Therapie. 

Wie bei der Akupunktur hängt der Erfolg der manuellen Behandlung zum größten Teil von der Qualifikation des Arztes ab. Die Fähigkeit zu spüren, wie sich die zu behandelnden Knochen und Wirbel bewegen, ist Zeichen für die Professionalität des Chiropraktikers. Von dieser Fähigkeit hängt es ab, ob eine richtige Diagnose gestellt wird und wie effektiv die Behandlung ist.

 

Wie das funktioniert

Man glaubt, dass ein Chiropraktiker Bandscheibenvorfälle wieder beseitigt. In Wirklichkeit ist das nicht so. Es gelingt nur selten, mit Hilfe von manueller Einwirkung die verschobenen Bandscheiben wieder einzurenken. Die Röntgenbilder vor und nach der Sitzung sehen gleich aus.

Es gibt noch einen Mythos (er wird übrigens von den Manualtherapeuten selbst verbreitet), wonach durch ein Knacksen in der Wirbelsäule eine Heilwirkung auf das vegetative Nervensystem zustande kommt, das die inneren Organe innerviert. So können nicht nur Osteochondrose und Bandscheiben behandelt werden, sondern auch alles andere. Diese Theorie wurde von Daniel Palmer, dem Erfinder der Chiropraktik, aufgestellt. Er glaubte, dass die Ursache für alle Krankheiten in den eingezwickten Wirbelnerven liege. Er war fest davon überzeugt, dass mit Hilfe seiner Methode die Menschheit von allen Krankheiten erlöst würde und alle anderen Behandlungsmethoden vergessen werden könnten. Wenn Ihnen Ihr Manualtherapeut das gleiche Märchen erzählt, streiten Sie nicht mit ihm. Letztendlich weiß niemand genau, wie die manuelle Therapie funktioniert.

Leider zeigt die Erfahrung, dass die Chiropraktik in keinen anderen Fällen hilft als bei Muskel-, Wirbelsäulen- und Kopfschmerzen. Dennoch wollen viele Spezialisten von früheren Verkündigungen nicht abrücken und erzählen mit Entzücken darüber, wie sie viele ihrer Patienten von Gastritis, Asthma, Depressionen und anderen Krankheiten geheilt haben. Sie lügen auch nicht. Ihre Patienten sind wirklich gesund geworden. Nur hat die manuelle Therapie damit nichts zu tun. Wie bereits gesagt, gibt es Menschen, die sich mit allen möglichen Mitteln heilen lassen, unabhängig davon, was der Heilpraktiker mit ihnen macht. Ich hoffe sehr, dass Sie, sehr geehrter Leser, zu dieser Kategorie von Patienten gehören, die für jede alternative Behandlungsmethode empfänglich sind.

 

Wie viele Sitzungen man braucht

Um Ihnen nicht meine Meinung aufzuzwingen, wende ich mich an meine Kollegen.

Dr. Steven Bratman (USA): „Bei der ersten Behandlung empfehle ich zehn Sitzungen. Wenn eine Besserung zu beobachten ist, dann ist es sinnvoll, weitere zehn Sitzungen vorzunehmen.“

Dr. Juri Petrow (Ungarn): „Wenn nach der zweiten oder dritten Sitzung keine Besserung eintritt, dann werden auch weitere Sitzungen nichts bringen.“

Daraus Schlüsse zu ziehen, sei Ihnen überlassen. Aber ich habe in die zweite Ansicht irgendwie mehr Vertrauen. 

Dr. Alexandre Strasny 
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